Der Wunsch nach einem Festpreis ist für Bauherren verständlich. Planungssicherheit und Kostentransparenz stehen dabei im Vordergrund. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass ein Festpreis nicht in jedem Projekt gleichermaßen sinnvoll oder realistisch ist. Gerade 2025 lohnt sich eine differenzierte Betrachtung, um Fehlannahmen und spätere Enttäuschungen zu vermeiden.
Ein Festpreis funktioniert dann gut, wenn Umfang, Ausführung und Rahmenbedingungen klar definiert sind. Das ist häufig bei standardisierten Neubauten oder klar abgegrenzten Bauleistungen der Fall. Voraussetzung ist eine vollständige Planung, eindeutige Leistungsbeschreibungen und eine realistische Bauzeit.
Unter diesen Bedingungen kann ein Festpreis sowohl für Bauherren als auch für Bauunternehmen Planungssicherheit schaffen.
Wo Festpreise an ihre Grenzen stoßen
Unrealistisch wird ein Festpreis dort, wo viele Unbekannte bestehen. Das betrifft insbesondere das Bauen im Bestand, frühe Planungsphasen oder Projekte mit noch offenen Entscheidungen. Verdeckte Bauteile, nicht abschließend geklärte Ausführungsdetails oder witterungsabhängige Arbeiten lassen sich kaum vollständig pauschalieren.
In solchen Fällen werden Risiken entweder ausgeklammert oder im Preis versteckt.
Warum extrem niedrige Festpreise kritisch sind
Sehr niedrige Festpreise entstehen häufig durch optimistische Annahmen oder bewusst enge Kalkulationen. Nicht berücksichtigte Leistungen tauchen später als Nachträge auf. Der vermeintliche Festpreis verliert damit seine Schutzfunktion und führt nicht selten zu Diskussionen über Mehrkosten und Zuständigkeiten.
Transparenz statt Scheinsicherheit
Seriöse Bauunternehmen benennen klar, unter welchen Voraussetzungen ein Festpreis gilt und wo variable Faktoren bestehen. Alternativ werden Teilfestpreise oder klar definierte Kostenrahmen angeboten. Diese Modelle sind oft ehrlicher und führen zu einem entspannteren Projektverlauf.
Was bedeutet das konkret für Bauherren?
Ein Festpreis ist kein Qualitätsmerkmal an sich. Entscheidend ist, ob er auf einer belastbaren Planungsgrundlage basiert. Bauherren sollten genau prüfen, welche Leistungen enthalten sind und welche Annahmen dem Preis zugrunde liegen.
Abschließende Handlungsempfehlung
Bauherren sollten Festpreise nicht pauschal einfordern, sondern gemeinsam mit Planern und Bauunternehmen bewerten. Dort, wo Klarheit herrscht, kann ein Festpreis sinnvoll sein. Wo Unsicherheiten bestehen, sind transparente Alternativen oft die bessere Wahl.
